Iwein-Kino ist beschlossene Sache - Freies Wort 21.04.06

In einer öffentlichen Sitzung beschloss der Zweckverband Kultur des Landkreises Schmalkalden-Meiningen am Dienstag den Haushalt. Mit 2,8 Millionen Euro werden kulturelle Einrichtungen wie die Musikschulen, das Museum Schloss Wilhelmsburg, das Metallhandwerksmuseum oder das Technische Denkmal „Neue Hütte“ finanziert.

SCHMALKALDEN – Einen kurzen Disput gab es in der Haushaltsdiskussion im „Ratskeller“ zur personellen Ausstattung der „Neuen Hütte“. Hier ist 2006 statt einer Vollzeitstelle eine halbe Planstelle für den Hausmeisterposten einkalkuliert. Anfallende Arbeiten sollen bei Bedarf an Firmen vergeben.

Gegen diese Kürzung hatte sich Leiterin Monika Schwintek in einem Brief an Peter Pallasch, Geschäftsstellenleiter des Zweckverbandes, ausgesprochen. Der hatte das Schreiben aber nicht an die Verbandsräte weitergereicht. Dieses Verhalten monierte wiederum Verbandsrat Peter Handy. Der Zweckverbandsvorsitzende Bernd Gellert hielt ihm entgegen, dass der Sachverhalt bereits in einer Vorberatung geklärt worden sei. Pallasch hätte somit im Rahmen seiner Kompetenzen gehandelt.

In der weiteren Beratung schlug Handy vor, die Ausleihgebühren für Kinder und Jugendliche in der Schmalkalder Stadtbibliothek wieder abzuschaffen. Jährlich müssen diese drei Euro bezahlen, um sich Bücher, Videos oder Computerspiele ausleihen zu können. Das sei keine Jugendförderung, wie er sich das wünsche, betonte der Schmalkalder Sozialdemokrat.

Dem hielt der stellvertretende Landrat Klaus Thielemann entgegen, dass der Betrag durchaus angemessen sei. Für Game-Boys und ihre Mobiltelefone würden die Jugendlichen weitaus mehr ausgeben. Außerdem konnte Peter Handy keinen akzeptablen Deckungsvorschlag machen, die die geschätzten 2000 Euro Einnahmeverlust kompensierten. Seine Anregung, diesen Betrag aus der Rücklage zu finanzieren, fand keine Mehrheit, der Antrag wurde abgelehnt.

Mit dem Beschluss des Haushaltes stehen dem Zweckverband nun rund 2,8 Millionen Euro zur Verfügung, wobei 152 000 Euro aus der Rücklage entnommen werden. Etwa 2,5 Millionen Euro werden für Betriebs-, Personal- und Verwaltungskosten ausgegeben. 271 000 Euro sind im Vermögenshaushalt eingestellt. Von diesem Geld ist ein Anteil von 148 000 Euro für die 3-D-Präsentation der Iwein-Sage im Schloss Wilhelmsburg vorgesehen. Allerdings gilt für diesen Betrag ein Sperrvermerk, da das bisherige Finanzierungskonzept mittlerweile als überholt gilt.

Wie Schlossdirektor Kai Lehmann erläuterte, wird die darin einkalkulierte Projektförderung vom Freistaat Thüringen wohl nicht kommen. Eine offizielle Absage liege aber noch nicht vor. Daher bemühten sich die Initiatoren um alternative Finanzierungsmöglichkeiten.
Nach dem derzeitigen Stand würden nun Privatinvestoren in das Projekt einsteigen. So könne das Vorhaben trotz knapper Kasse des Zweckverbandes bis zur Jahresmitte realisiert werden, sagte Kai Lehmann augenscheinlich erfreut.

Der Zweckverband unterstützt auch ein Projekt der Musikschule Schmalkalden, die ab dem Schuljahr 2006/2007 an der Grundschule Fambach klassenübergreifenden Instrumentalunterricht anbieten will. Die Resonanz darauf sei mit momentan 25 Interessenten durchaus gut, informierte Musikschulleiter Johannes Eberlein. (eh)

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