Zeitreise in richtige Bahnen gelenkt - Freies Wort 15.03.08

Die 3D-Animation über Ritter Iweins Abenteuer wurde überarbeitet

Zeitreise in richtige Bahnen gelenkt

Schmalkalden Museumsleiter Dr. Kai Lehmann hatte schon vor der Premiere von Iwein I einen Iwein II angekündigt: Jetzt ist es soweit: Ab Gründonnerstag, 20. März, startet im 3D-Kino des Schlosses Wilhelmsburg die überarbeitete Fassung der virtuellen Zeitreise in die Abenteuerwelt von Ritter Iwein.

In der neuen Fassung wurden Kinderkrankheiten korrigiert, vor allem aber die 3D-Effekte wesentlich verbessert. So werde das räumliche Hineinsehen in die Welt von Ritter Iwein, König Artus und Co. zu einem Augenschmaus, der nebenbei auf unterhaltsame Art und Weise Geschichte vermittelt, sagt Dr. Lehmann. Seit dem 20. Juli vergangenen Jahres haben fast 10 000 Zuschauer die Abenteuer von Ritter Iwein gesehen, und waren begeistert, macht der Museumschef auf die 2. Version neugierig.

Die Geschichte

Im ehemals ebenerdig gelegenen Empfangsraum des heutigen Hessenhofes wurden um 1220/30 Szenen aus dem damals sehr beliebten Iwein-Epos des Hartmann von der Aue, in Secco-Technik auf das Tonnengewölbe gemalt. In Schmalkalden verabschiedet sich die heilige Elisabeth nachweislich von ihrem Gatten, dem thüringischen Landgraf Ludwig IV., der von hier aus am 24. Juni 1227 in den Kreuzzug aufbrach, von dem er nicht wiederkehren sollte.

Die Iwein-Malereien sind demnach authentisches Zeugnis aus dieser Zeit, die heilige Elisabeth hat sie gesehen, vielleicht fand die Verabschiedung sogar in diesem Raum statt, da der heutige Hessenhof damals der Amtssitz der thüringischen Landgrafen war. Die Originalmalereien im heutigen Hessenhof sind aus konservatorischen Gründen geschützt. Seit 1996 ist eine 1:1-Raumkopie auf Schloss Wilhelmsburg zu besichtigen.

Ob der Komplexität des Epos’ und vor allem dem Erhaltungszustand der Malereien wurde ein im musealen Bereich bisher einmaliges 3D-Projekt realisiert, um diesen kulturhistorischen Schatz erlebbarer zu machen. Es handelt sich hierbei um eine passive Stereoprojektion, erläutert Museumsleiter Dr. Lehmann.

Mittels zweier Hochleistungsbeamer und einer speziellen Filtertechnik wird jeweils ein separater Film, für das linke und rechte Auge getrennt, dargestellt. Der Zuschauer erhält für die Vorführung eine Filterbrille, die es ihm ermöglicht, die getrennt projizierten Filme als räumliche 3-dimensionale Projektion wahrzunehmen.

Durch diese Technologie wird der Betrachter virtuell in das Geschehen mit einbezogen und bekommt das Gefühl, ein aktiver Teil der Iwein-Sage zu sein. Auf einer fünf Meter breiten Leinwand taucht der Zuschauer für 20 Minuten in die Welt des Ritters Iwein ein.

Er erlebt hautnah das furchtbare Unwetter am Zauberbrunnen, trifft den Waldmenschen mit der Keule, ist zwischen zwei Fallgattern gefangen, kämpft zu Pferde gegen Asaklon. Und natürlich spielt auch die Liebe eine große Rolle. Nach dem Erlebnis modernster Computertechnik und dem Kennen des Iwein-Epos, schließt sich eine Führung durch die 1:1 Raumkopie an.

Die Vorstellungen finden täglich zu jeder vollen Stunde von 10 bis 16 Uhr statt. Der Eintrittpreis beträgt inklusive der Führung durch die 1:1 Raumkopie drei Euro pro Person.

Gemeinsam mit den Tageszeitungen Südthüringer Zeitung und Freies Wort wird zudem von Gründonnerstag bis Ostermontag ein Gewinnspiel angeboten. Was für ein Wappentier befindet sich auf Ritter Iweins Schild?, lautet die Frage, die auf extra angefertigten Postkarten steht, die zu Beginn einer jeden Vorführung ausgegeben werden.

Wer diese Frage richtig beantwortet, kann ein ritterliches Iwein-Essen für zwei Personen im Schmalkalder Teichhotel, den Iwein-Wein, ein Roter und Weißer aus dem Weinanbaugebiet Saale-Unstrut in Geschenkverpackung, ein Iwein-Buch, in dem das Epos in seiner Originalfassung aus dem 13. Jahrhundert und in seiner modernen Fassung niedergeschrieben ist oder andere Sachpreise gewinnen. red/sö

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